Sie sind hier: Startseite Lehre SS 2015 Das Böse

Das Böse

Mi., 12 (c.t.) bis 14, Hauptgebäude - 3.081, Prof. Dr. Michael Schulz

Bad news are good news. Jeder spannende Krimi zehrt vom Faszinosum des Bösen. Das Gute scheint fast langweilig. Die zivilisatorischen Katastrophen der Menschheitsgeschichte zeigen jedoch den bitteren Ernst des Bösen jenseits medialer Unterhaltung. Hinzu kommt das Phänomen des Bösen in Form leidverursachender Faktoren, von natürlichen Übeln (Krankheiten, Erdbeben…). Auf brillante Weise diskutiert die us-amerikanische Philosophin Susan Neiman in ihrem Buch „Das Böse denken: Eine andere Geschichte der Philosophie“ (2004) zentrale Ansätze einer „Philosophie des Bösen“. Geprägt von der jüdischen Tradition fragt Neiman, wie nach der Naturkatastrophe des Erdbebens von Lissabon im Jahr 1755 und der moralischen Katastrophe von Auschwitz Philosophie möglich geblieben ist und bleibt. Der Reiz und Anspruch ihrer Studie liegt darin, „eine andere Geschichte der Philosophie“ zu schreiben: Gegenüber der traditionellen These, nach der seit dem 18. Jahrhundert vor allem erkenntnistheoretische Probleme die Philosophiegeschichte beherrschen, erörtert sie, um wieviel mehr die Auseinandersetzung mit dem Bösen bestimmend ist. Mit ihrem Buch gewann sie 2002 den Award for Best Scholarly Book in Philosophy und 2003 den Award for Excellence in the Study of Religion.

Literatur:

Susan Neiman, Das Böse denken. Eine andere Geschichte der Philosophie, Frankfurt am Main: suhrkamp, 3. Aufl. 2006 (Evil in Modern Thought. An Alternative History of Philosophy, Princeton, New Jersey: University Press, 2002 / Neuausgabe 2004).

Anforderungen:

(unbenotete) Studienleistung: Lektüre ausgewählter Abschnitte des Buches von S. Neiman, Einführungen (Zusammenfassung) in die ausgewählten Abschnitte.

Artikelaktionen