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Seminar: Das Böse

Bachelorstudiengang Philosophie, 3. Studienjahr, Wahlpflichtmodul Praktische Philosophie

Zeit: Mi, 12-14

Raum: HG/1.072

Beginn: 12.10.2011

Bad news are good news. Jeder spannende Krimi zehrt vom Faszinosum des Bösen. Das Gute scheint fast langweilig. Die zivilisatorischen Katastrophen der Menschheitsgeschichte zeigen jedoch den bitteren Ernst des Bösen jenseits medialer Unterhaltung. Hinzu kommt das Phänomen des Bösen in Form leidverursachender Faktoren, von natürlichen Übeln (Krankheiten, Erdbeben…). Die Philosophie stellt sich mit ihren Mitteln der Frage nach dem moralischen Bösen. Was sind dessen Charakteristika? Entspringen sie Konventionen? Sind sie „objektiv“? Gründet das Böse in der unverbesserlichen, fehlbaren Natur des Menschen? Die Moralphilosophie diskutiert das Verständnis des Bösen (Regelwidrigen, Falschen) zugleich mit anderen Wissenschaften, z.B. mit der Verhaltensforschung (K. Lorenz: „Das sogenannte Bösen“), der Soziobiologie (Evolutionäre Ethik) und Neurowissenschaft. Zur Debatte steht ebenso, ob und wie das moralische Übel in den Zusammenhang zu bringen ist mit dem physischen und metaphysischen Übel, wie G.W. Leibniz formulierte: mit dem natürlichen Leid und der Unvollkommenheit alles Endlichen, Begrenzten. Schließlich: Gibt es die Möglichkeit, den Menschen moralisch zu optimieren?


Literatur:

„Das Böse“ in: O. Höffe, Lexikon der Ethik, 7. Aufl. 2008, S.34-35; gut / das Gute / das Böse in: M. Düwell, Ch. Hübenthal, M. H. Werner (Hg.): Handbuch Ethik. 2. Aufl. 2006; „Böse“ in: Lexikon philosophischer Grundbegriffe der Theologie 2003, S. 65-67; „Übel“ in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd.11 (2001) Sp. 1-4. Ch. Schulte, radikal böse. Die Karriere des Bösen von Kant bis Nietzsche, 2. Aufl. 1991.

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