Sie sind hier: Startseite Lehre WS 2016/2017 Interkulturelle Religionsforschung in Philosophie und Theologie

Interkulturelle Religionsforschung in Philosophie und Theologie

Mi., 14 (c.t.) - 16 Uhr, 19.10.2016-01.02.2017, wöchentlich, Adenauerallee 4-6 / 1.004, Corvin Rabenstein (M.A.)

Seminar: Mi., 14 (c.t.) - 16 Uhr

Frequenz: wöchentlich

Zeitraum der Veranstaltung: 19.10.2016-01.02.2017

Raum: Adenauerallee 4-6 / 1.004

Lehprerson: Corvin Rabenstein (M.A.)

 

Beschreibung:

Dieses Seminar, das zum Modul „Fragen und Aufgaben der interkulturellen Religionsforschung“ gehört, fokussiert die Religionsforschung in philosophischer und theologischer Perspektive. In einem weiteren Seminar kommen religionswissenschaftliche Perspektiven hinzu. Ziel dieses Seminars ist es, religionsphilosophische und theologische Konzepte und Modelle zum Verständnis von Religion/en- vor allem westlicher Provenienz - auf ihre interreligiöse Kompetenz hin zu befragen und zu evaluieren.

Das kulturbestimmende und kulturbestimmte Phänomen der Religion und das Verhältnis konkreter Religionen zueinander werden seit der Antike bis in die Gegenwart philosophisch erörtert, wenngleich die Religionsphilosophie erst eine Disziplin des 18. Jahrhunderts ist. Religionsphilosophische Forschung diskutiert den Versuch, einen systematischen Begriff der Religion (z.B. anthropologisch) zu etablieren, der religiöse Traditionen überschreitet (und ggf. relativiert), um ein Toleranzpotenzial zu generieren (vgl. z.B. Engl. Deismus, Lessing, Kant, Hegel). Gegenwärtige Ansätze problematisieren den systematischen Religionsbegriff aufgrund der Schwierigkeit, einen Oberbegriff für alle Religionen zu formulieren. Die interkulturelle Kompetenz der Religionsphilosophie soll dadurch aber nicht geschmälert, sondern intensiviert werden. So bemüht man sich um den Brückenschlag zu den Religionsphilosophien asiatischer und islamischer Traditionen. Religionsphilosophie wird als rationale Deutung religiöser Lebensstile konzipiert und als die Erforschung ihrer (Im-)Kompatibilität verstanden.
Im Seminar ist zu diskutieren, welcher Ansatz interreligiös und interkulturell am belastbarsten ist? - Die christlichen Theologien setzten bei ihrer interreligiösen und interkulturellen Forschung den Wahrheitsanspruch des eigenen Bekenntnisses voraus und fragen von da aus nach dem Wahrheitsanspruch anderer Religionen in ihrem Verhältnis zum Christentum. Zu dieser Verhältnisbeschreibung werden verschiedene Modelle entwickelt, wie z.B. der Exklusivismus und Inklusivismus oder eine komparatistische Methode.
Die Pluralistische Religionstheologie verzichtet auf den religiösen Wahrheitsanspruch und bewertet Religionen nach ihrer ethischen Relevanz. Das Projekt Weltethos verbindet gemeinsame Werte der Religionen, um durch Religionsfrieden dem Weltfrieden zu dienen. Die Theologien des Judentums, des Islam und der asiatischen Religionen sind nach ihrem Verständnis der Religionen zu befragen. Welchen Beitrag leisten die Theologien zur Verständigung zwischen den Religionen? Zu erörtern ist schließlich, inwieweit Religionsphilosophie und Theologien an die religionswissenschaftliche Forschung anknüpfen und sie in ihre Überlegungen integrieren.

Literatur:

 

Stephan Grätzel / Armin Kreiner, Religionsphilosophie, Stuttgart 1999.

Görge K. Hasselhoff / Michael Meyer-Blanck (Hg.), Religion und Rationalität, Würzburg 2004.

Hermann Deuser, Religionsphilosophie, Berlin 2009.

Art. Theologie in RGG 4. Aufl. Bd. 8 (2005) 255-306.

Art. Theologie in TRE Bd. 33 (2006) 263-343.

Alexander Loichinger / Armin Kreiner, Theodizee in den Weltreligionen, Paderborn 2010.

Klaus von Stosch, Komparative Theologie als Wegweiser in der Welt der Religionen, Paderborn 2012.

Hartmut Zinser, Grundfragen der Religionswissenschaft, Paderborn 2010.

Artikelaktionen